Der Amateur im Wind
 

Irgendwo in einem neuen Universum. Dr.Dr.Pr.Kersseberggh fliegt versonnen durch einen Wald grobverzinkter, blauer Nägel.
Der Familienrat hatte Frühling vorausgesagt. Sein Herz schwoll an.
Verflucht,er hatte den Schneid eines entsagenden Hauptmannes!
Er war fürstlich in ein Tischtuch gehüllt, an den Füßen sowie am Kopf glänzten verschroben verzinkte Badetöpfe.
Mit wohltönender Stimme sang er leise den neuesten Schlager : "Ich habe mich immer als Knecht der Geschichte gefühlt".
Unauffällig führte er sich mit einem granitenen Schieber einen Bissen Bachfisch,den er immer in seinem Proviantbeutel mit sich führte, zu.
 Unter ihm murkelten saftzige Grünpflanzen.
Die Gardine soll den Raum der Hausfrau verschönern, aber sie nicht ablenken.
In einem Kontzertsaal summte eine flotte Biene,vor der sich sachliche Herren stracks verbeugen. Fonterpolt, auch Schnax Falter ist da! Anstrebend die Beförderung zum ersten Vorsitzenden des Schutzvereins für identitätsverschandelte Tiere.
 Er wird blass ob dieser Ehre. Seine Frau Palette errötet.
Die Welt ist groß.
Auf ihr leben viele Menschen, unter anderem auch Sichler und gute Menschen. Über ihnen allen steht Schnax Falter, der Wohltäter der Menschheit.
Die abstoßenste Sippe der Tierheit ist der Sichlerhai.
Man muß ihn ausrotten.
Ein chinesischer Poet sprach vor langer Zeit die Worte aus :
"Die Menschheit ist verloren, denn die Menschheit ist ihrer Zeit voraus, so dass alle Zeit im Universum verbraucht ist, so dass keine Zeit mehr übrig ist für die Menschheit."
Trunek Forst ist der einzige Mensch der Welt,der ein Paradoxium besitzt.
Schnax geht raus, mal einen Baum umarmen. Er sagt: "Ich bin der König und du bist ein Wicht".
Recht hat er.
Der Baum ist weise. Der Baum besitzt ein Gerät,  zwecks der Zerstörung der Sichler.
Der Baum schenkt Schnax das Gerät, ob seiner Liebe für das Leben, die er sich angeeignet hat, da auch Schnax Falter sie besitzt.
 Schnax dankt. Er braucht dieses Gerät nicht, da er die Sichler auch ohne helfende Geräte vernichten kann.
Man geht, Flüssigkeit zu sich nehmen, ob der Nahrungszufuhrsnötigkeit, in einer Bar.
Jemand erkennt Schnax, schenkt ihm Zigarren, man raucht.  Schnax raucht nicht. Man lauscht.
Auf einmal erkennt man die verzerrten Umrisse einer Gestalt, die sich zu lauten Schallschwingungen rhythmisch bewegt. Man ruft die Polizei und der Störewicht ist rasch abgeführt.
Doch da drängt sich ein markerschütternder Schrei mühsam durch das dichte Gewebe aus Stickstoff und Kohlendioxyd.
Man wendet sich um. Doch da ist Schnax schon bei seinem alten Freund, Yapen. Er nötigt den Polizeimann, einen ausgeprägten Sichler, seinen Freund den Klauen der grausamen Staatsgewalt zu entlassen.
Doch der Sichler besteht seiner böswilligen Natur.
Doch schon naht Rettung in Form des Freundes, dem Baum.
Der Sichler vergeht.#
Freudige Umarmung aller dreien gegenseitig wird vollzogen, man lächelt. Austausch der Fakten vor der Zeit des Kennenlernens ist einer der 66 Riten, die der Akt des Wiedertreffens verlangt.
Der Rest ist unwichtig, Sichlertum aus vergangenen Zeiten.
Fitness und Palette treffen ein und werden laut lächelnd begrüßt.
Die Bar ist verqualmt und laut, auf den Tischen tanzen Sichler in weiten, pulsierenden Gewändern.
Man beschließt, diesen Ort des Lasters zu verlassen.
Im Teich beim Park lebt ein Bekannter, von Beruf Tiefseeschwamm, Schnax geht auf einen Sprung vorbei.
Man begrüßt sich.
Der Bekannte trägt den Namen Osten. Er trägt auf seiner bizarre gemusterten, leicht zersetzten Haut ein leichtes Jackett in gelb und ein T-shirt mit dem Aufdruck: "Es ist nicht leicht, ein Flo zu sein".
Kaffee wird getrunken und Kuchen zerbröselt. Osten beschließt sich der Gruppe anzufügen und auf ein paar Erkundungs/Forschungsreisen mitzuwandern.
Nach ein paar Stunden kommt man an eine überdachte Oase.
An den transparenten Wänden schillern sich ständig abwechselnde Farben in frohem Spiel. Die grasgrünen Seen sind mit lustig blubbernder Salzsäure gefüllt, überall tummeln sich lachende, weinende und lebende Menschen und Tiere.
Am anderen Ende hat sich ein Sichler in das Idyll verirrt, stolpert in seinen weiten Hosen, fällt in den See und verendet.
Sein sich langsam zersetzender Körper setzt giftige Gase frei.
Man flüchtet und zieht sich Schutzanzüge an, doch nichts desto trotz ziehen die giftigen Gasschwaden über die ganze Welt, hinterlassen giftgrüne Wolken und verpesten die Luft.
Ein Sichler zündet sich seinen Zigarillo an, die Welt implodiert.
 Doch dies passiert nur in den Gedanken eines Sichlers.
Schnax, der Allwissende,  setzt Wut über diese lästerlichen Gedanken frei, die Wut formatiert sich zu einem glühendroten Ball, der  über den Erdball rast, in das schmachvolle Land der Sichler, und dem lästerlichsten aller Sichler, in dessen Gehirn sich diese Gedanken bildeten, die Hirnschale zerschmettert.
Dann geht es weiter, diesmal in den Dschungel, alten Freund besuchen, den Schnax vom Studium kennt. Mit Namen: Tonga Tonga, zu deutsch "alter Hase". Indianerhäuptling des bekanntesten Stamm im Umkreis von 10 Meilen.
Man freut sich, lacht. Ein undefinierbares Stück Tofu wird verzehrt, vielleicht sollte es ein Wildschwein oder eine Grasnarbe darstellen.
Tonga Tonga raucht ein wenig Friedenspfeife, gefüllt mit psychosomatisch konstruirtem Gewächs, vielleicht Palme.
Fitness lacht charmant, sie trägt einen flexiblen großen Strohhut aus filigranen Gräsern, den ihr Trunek auf dem Hinweg gefochten hat.
Er ist mit einer Widmung versehen, die Trunek mit dem Saft zerstampfter Elefantenhaare elegant auf die breitrandige Krempe geworfen hat :
"Diesen Hut flicht ich im Gedenken an die delikateste Nußsuppe meines Lebens, die mir Fitness eines Morgens an die Jacke warf".
Palette liegt mit dem Kopf zuerst auf dem Boden auf einer natürlichen Matte aus hochwuchernden Moosen, die sie immer mehr verdecken, ein Sichler hat wohl Dünger in Massen verstreut.
Doch Schnax stürzt sich todesmutig in die aggresiven Moosmassen und bringt sie durch begütigendes zureden und unablässiges Freundschaftsbekundigen dazu, seine geliebte Gattin freizugeben.
Man ist erleichtert.
Tonga Tonga läd auf einen Drink ein, Kokos.
Man nimmt an. Es wird Abend, der Tag geht vorbei.
Man schläft.
Tonga Tonga hält Wache, er schläft nie, denn er hält sich nach dem Motto: "Wer schläft, ist eine Memme, wer wacht, ist ein Schnax Falter".
Die Sonne bleibt hinter dichten Wolkenmassen verborgen, die sie mit der Zeit zersetzen und verschlingen werden.
Schnax schwebt in höheren Sphären und schreibt an seinem Buch:
  "Alles, was man über die Tierwelt, die Pflanzenwelt, die Menschenwelt, die Weltraumwelt, die Welttraumwelt, die Florawelt, die Faunawelt, die NASA und die Welt wissen muss".
Palette tritt aus der Hütte, die, aus starkem, biegsamen, grünen und
strahlenabweisendem Schilf gebaut, leicht vibrierend in der Sonne liegt.
Sie betrachtet ihren Gatten und singt erfürchtig die Balade:  " Die Welt vergeht,  der Mensch vergeht, das Tier vergeht, die Pflanze vergeht, Schnax Falter besteht".
Dann geht man weiter.
Schnax hat sich einen 2 Meter langen Vollkornbart zugelegt, den er sich aber wieder entfernt, als man in die Stadt kommt. Ein Sichler steht auf einem Podium und versucht Aufmerksamkeit zu erringen, indem er laut Sichlersprüche aufsagt.
Doch da bebt die Erde.  Kehrrseberhckh, der Erschaffer, marschiert an und zuerstamft den Sichler mit Hohngelächter.
Wurmblatt klebt an seiner Seite und kontrolliert abgelaufene Pässe, der Hund. Hat sich einen Schnurrbart zugelegt, wohl um zu imponieren.
Doch Schnax steht über diesem allen.
Man lächelt, wohl über einen Scherz, den Kerrsebberghgk sich erlaubte.
Man braut sich ein Süppchen.
Dann ist man wieder zuhause, ruht aus. Schnax schreibt einen Brief an Yapen .
 
  Lieber Freund!

Aufgrund des Vorfalles unlängst am Orte des Lasters fühle ich mich gedrungen, dir folgende Hypothese mitzuteilen:
Der Mensch als Untergebener des Tieres ist groß.
Das Tier als Untergebener des Menschen ist klein.
Daraus folgt, das der Mensch als Untergebener des Tieres besser wäre als da Tier als Untergebener des Menschen.
Denn die Tiere sind allwissend.
Also: Der Mensch müsste sich dem sichlerischen Laster der Zivilisation entsagen und in der Natur leben wie das Tier.
So würde weniger Abfall und Verschmutzung verursacht. Also würde die Erde einige Jahrtausende länger bestehen und nicht wie in unserer Dimension im Jahre des Sichlers imlplodieren.
So hätten außerirdisch lebende Induvidien eine Chance, auf unseren Planet vorzudringen und Tier und Mensch mit ihrem besseren Wissen belehren.
Doch die Sichler, die allesamt dem Laster der Bequemlichkeit verfallen sind, würden dieses Experiment nicht gutheißen und somit alles vernichten.
Daraus folgt:   Der Sichler muss vernichtet werden!!!!

Deinschnax
 
Froh ob dieser Erleichterung seines unbändig nachquellenden Wissens geht Schnax in das Badezimmer und nimmt seinen Bart ab.
Doch plötzlich bricht er in unkontrollierte Zuckungen aus und spuckt ein paar Wörter auf den mit rotweißem Mosaikstein besäten, polierten Fußboden aus. Da weiß man:
Eine Nachricht von Yapen!
Kleine, besätete Mäuse wuscheln aus Wandgesimsen, hinaus, hinaus, ihr Pferchen ! Sie zimseln die Staben zu sinnreichen Sätzen.
Man kann sie, lesen. Wohl angehend mehrere verschiedengradige Sinne hat Schnax in seinem Brain vereinigt, gut so, weiss auch der Hausherr.
Der er selber ist.
Einen Toast auf die Erde.
Für die Mäuse, die fleissigen, starken. Sollen sie doch.
Sichlerdreck !
Schnax nimmt seine Schreibmaschine, entsichlert die Waffe mit geübtem Griff und feuert.
Paradoxe Putzstücke brechen aus der Wand, fliegen auf den Boden und zerschellen.
Doch da, was ist das! Schnax mutiert zu einem abstrakten Wesen, bäumt sich auf und hohnlacht.
Es ist gar nicht Schnax Falter, es ist Wabotzel, der Obersichler, der sich getarnt hatte!
Überall bricht die Wand auf, astinatische, planetarische und oxame Wesen springen heraus und vereinen sich zu einem grölenden, schäkernden und eklatanten Haufen.
Die Invasion der Sichler!
Überall klingeln wild die Alarmglocken und verkünden mit szenären Stimmen: "Seuchengefahr! Pananoptisches Pflaster anlegen! "
Eine gerüstete Truppe guter Menschen, an ihrer Spitze Schnax Falter, stürmt aus einem Versteck und überrollt den Abschaum der Welt mit Lust.
Die Invasion ist gebannt! Man feiert ein reißendes Fest. Aus den Lautsprechern dröhnt fanatische Musik, Botschafter reiten über die Welt und verkünden die frohe Botschaft, Trunek steht auf einem Tisch und hält eine Rede.
Niemand hört ihm zu, und schließlich wird er von der Menge mitgerissen und tanzt den Siegestanz. Fitness sitzt in der Ecke und weint vor Ergriffenheit.
Schnax wird von der Menge auf Händen getragen und singt.
Sein Gesang geht fast unter in den begeisterten Rufen der Menschheit: " Schnax Falter der Erretter ! Hoch lebe Schnax Falter! "
Wurmblatt fliegt auf einem Teppich durch die Stadt und wift mit Schränken auf die verblienen Sichler.
Wabotzel, die Memme, liegt auf den Knien und schreit um Gnade.
" Nichtsda, du Hundesohn, dreckiger! " ruft Wurmblatt.
Er ist recht ekstasisch ob seiner Macht.
Doch da rollt KkerseBährk mit mächtigen Schritten gen Stadtmitte. Kleine, verbrämte Bücher rascheln flink in seiner oberen Brusttasche. "WURMMBLLATT , DU ELKHAAR!! ",dröhnt es gewaltig aus seinem Munde.
Wabotzel flieht nach Kanada.
Die Welt geht unter.
Man unterhält sich.
Das doppelseitige Klebeband klebt auf beiden Seiten.
Feuer ist heiß.
(Fakten)
Auf einem Speicher fand man in den letzten Tagen der Welt einen Brief von Richterfonster an Schnax, den Allwissenden, der nicht abgeschickt worden war.
 
                               Werter Schnax!
                                                                        Heute, am Tag desUnglücks, an den Sichlertagen 1998, Berchdesgarden
 
Man lebt, aber man lebt nicht. Man ist gefangen auf der Welt des Hohns und der Schande.
Man sieht in den Spiegel und erblickt ein zerfleischtes, abgemagertes Skelett, in dessen Seele die Persönlichkeit zerfressen wurde von dem Übel, den Sichlern.
 Stattdessen wurde ein entqualifiziertes, verbrauchtes und genverändertes Nervenzentrum aus Silberdioden mit dem Brennwert : 7/49,03 eingebaut und ist nun dabei, die den Menschen dazu zu bringen, sich Hosen von Homeboy und Schuhe von der Sichlermarke Buffalo zu kaufen.
 Auf die Stirn bekommt man die Worte, " Ich will so sein wie alle anderen " gebrannt und auf den Bauch wird mit eisenen Lettern geschrieben: " Elektum astum terrum unum".
Auf die Hände wird ein "erledigt" Stempel gestempelt und die Haare werden zu einem unpersönlichen, mit Gel hochgeworfenen und Haarschnitt gebracht und ihre Spitzen blond gefärbt.
 Was für ein Glück, daß das alles bloß eine Vision von mir war, die unwillkürlich in mir hochschoss, als ich die fanatischen Sichlermassen die Straße entlangmarschierem sah.
Doch da, was ist das? Mir ist, als marschierten in rythmischem Einklang Schritte die Treppe hinauf. Die Tür, aus hochprozentigem Eichenholz und mit radikalen Eisenbeschlag versehen, sie wird aufgebrochen! Ein Haufen
 Sichler stürmt
 hine
 
Hier endet der Brief. Die Türglocke schellt in einigen rytmischen Tonfiguren, die wohl das Lied "Hurra, Hurra, der Sichler ist tot "darstellen sollen. Schnax ruft Palette auffordernd zu: "Gattin, würdest du bitte die Tür in eine geöffnete Stellung bringen? "
Yapen springt in hohen Sprüngen in die Wohnung und  ruft etwas wie " heute ist ein galaktischer Tag, denn heute hab ich eine Gurke zum Frühstück verzehrt " Schnax lauscht erstaunt und murmelt : "Aber Yapen, du machst mich ja weinen "
(Yapen)
Doch da fallen sich die Freunde in die Arme und man zelebriert ein großartiges Willkommensfest im Hause Falter.
In der ausgelassenen Stimmung bemerken die  beiden nicht einmal, dass Schnax ein Schild mit der Aufchrift " zum Erker " auf den Rücken geklebt wird und Yapen ein Affe auf die Stirn gemalt wird.
Als die beiden am nächsten Morgen aufwachen, ist es um sie herum dunkel, tollwütige Ratten stoßen auf sie herab und graugrün gemusterte Algen hängen ihnen in das Gesicht.
Die Tür geht auf. Herein kommt mit einem höhnischen Lächeln im Gesicht Wabotzel, umgeben mit seinen schmarotzerischen Leibwächtern.
" Jaja, Schnax Falter, und auch du, Yapen, der Abschaum der Haasen und Menschen!
Nun seid ihr in meiner Macht und werdet nicht mehr entkommen, bis ich euch zerrissen, zerfleischt und vorher noch Lösegeld für euch verlangt habe... "
Der Rest dieses fanatischen Gemurmel geht in dem Schrei unter, der über die ganze Welt läuf, einige Petunien vernichtet und schließlich wieder im Kerker der Sichlerfestung, im Lande des Bösen, ankommt. Yapens Kampfschrei! Er stürtzt sich auf den schmachvollen Sichler, der sich feige zurückzieht, obwohl alles ja nur mit einer Kamera an die gräulich beküttelte Wand geworfen war.
Schnax denkt an Palette, Yapen an seinen Bruder, Jaapen.
Es war wie Wald.
Herzlichen Glückwusch an alle, die Propangas sparen müssen.
Manchmal kennt man Leute. Sie essen.
Dann lacht man, weil sie sich verschlucken. Nicht immer.
Er denkt daran. Wer?
Ach, ja, Schnax.
In seinem Gehirn bilden sich Gedanken, die er schon kennt, einzelne davon bilden sich weiter, vergrößern sich und werden zu Ideen.
Yapen malt Wörter an die Wand, sie lauten: Brainstorming, Lachsack, Essay, keine Fleischwurst und vermaledeite Sichler ihr alle.
Die Welt zerbricht.
Nicht so wichtig.